Stephan Serin



Chaussee der Enthusiasten

Dienstag, 15. April 2014

Kapitel 7/2

Die Erasmus-Party war kein Erfolg, also ging es für Markus allein zurück ins Wohnheim, wenn auch mit Zwischenstopp.

Bis zum Wohnheim waren es bestimmt 45 Minuten. Vor dem Méliès, Paus einzigem Programmkino, einem grauen Gebäude, optisch eine Mischung aus Anglikaner-Kirche und Parkhaus, warteten etwa ein Dutzend Leute. Die Spätvorstellungen hatten noch nicht begonnen. „No man’s land“ von Danis Tanović in Kino 1 und in Kino 2 „Le pornographe“ von Bertrand Bonello. Den bosnischen Streifen hatte ich vor zwei Tagen bereits mit Sebastian gesehen. Es war erst dreiviertel elf. Ich wollte eigentlich nach dieser frustrierenden Party nicht schon zurück ins Wohnheim. Andererseits, wie verzweifelt war das denn, wenn ich in einen Film ging, der „Der Pornograph“ hieß? Die meisten Besucher waren sicherlich wegen „No man's land“ hier. Mit wem würde ich mir den Saal teilen müssen? Mit einer Handvoll alleinstehender Männer, die ihre besten Jahre schon hinter sich hatten und gar nicht mehr wussten, wie man Sex überhaupt schrieb? Andererseits bewiesen die Fotos im Schaukasten: Es gab in „Le pornographe“ tatsächlich Nacktszenen. Wann hatte ich das letzte Mal eine weibliche Person unbekleidet gesehen? Ich stellte mich erstmal an. Vorsorglich. Einen Rückzieher konnte ich immer noch machen. Am Ticketschalter saß eine Frau. Bei ihr hätte ich meinen Ruf als Perverser mit Sicherheit weg. Gerade eine Woche in der Stadt und schon das erste Mal in einem Pornofilm. Warum zeigte man den eigentlich in einem Programmkino? Vor mir stand ein mittelalter Herr. Der wollte bestimmt auch dahin. Er entsprach dem Bild, das ich mir von Besuchern eines Puffs machte: klein, bebrillt und glatzköpfig, also ich in zwanzig Jahren. Seit meiner Ankunft vor einigen Tagen fielen mir die Haare aus. Roch er nicht auch seltsam? Wahrscheinlich würde er während der Vorführung heimlich onanieren. Sicher war ich gleich umringt von sexuell frustrierten, bemitleidenswerten Kerlen aus dem unteren Attraktivitätssegment, die alle, sobald auf der Leinwand die erste Brustwarze zu sehen war, synchron ihr Glied hervorholten.
Wenigstens stand ich hinter dem Typen. Am Schalter konnte ich sagen: Ich nehme das gleiche. So würde das Pärchen nach mir nicht erfahren, was ich mir ansah. Es reichte, wenn ich bei der Ticketverkäuferin auf die schwarze Liste kam. Sollte ich mir noch schnell eine Erklärung für sie zurechtlegen, falls sie mich zur Rede stellte und wissen wollte, wieso ich einen so schweinischen Film schaute? ‚No man’s land‘ habe ich schon gesehen, darum gehe ich heute in einen Erotikfilm. Oder: Mich interessiert nur die Handlung. Bei den Sexszenen gucke ich nicht hin.
Mist! Gleich war ich an der Reihe. Selbst wenn sie sich nichts anmerken lassen würde, ihren Teil denken würde sie sich in jedem Fall. Jetzt bestellte der Typ vor mir: „Deux fois ‚No man’s land‘.“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Nicht nur, dass er eine Begleitung hatte, er wählte auch noch den anderen Film! Jetzt konnte ich nicht mal das gleiche nehmen. Ich trat zur Seite und ließ das Pärchen vor. Sie wollten ebenfalls zu Tanović. Ich ließ noch einen Besucher vor. Auch der wollte in „No man’s land“, obwohl er ebenfalls gut zum anderen Film gepasst hätte. Ich gab mir einen Ruck.
Un billet pour l’autre film. – Eine Karte für den anderen Film“, murmelte ich.
Den anderen Film?“, wunderte sich die Frau an der Kasse. „Kino 2“, flüsterte ich.
Also einmal ‚Le pornographe‘?“, vergewisserte sie sich für alle vernehmbar. Ich wäre am liebsten vor Scham im Erdboden versunken. Sie musterte mich spöttisch. Erwartete sie, dass ich ihr versprach, nicht zu onanieren?
Da sind aber Nacktszenen drin“, warnte sie.
Ach so …“, stammelte ich. „Äh, ja ... wieso? Wieso sagen Sie mir das?“
Bist du denn schon achtzehn?“, musterte sie mich streng.
Äh, ja. Dreiundzwanzig.“
Kannst du mir deinen Schülerausweis zeigen?“
Meinen Schülerausweis? Wieso?“
War nur ein Spaß.“ Sie lachte. „Der Film braucht dir nicht peinlich zu sein. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“
Das ist mir nicht peinlich“, stritt ich alles ab.
Ich erhielt meine Karte und trat zur Seite. Der Frau hinter mir erklärte: „Ich möchte auch in den Film, in den der junge Mann vor mir möchte. Ich bin aber schon über 18. Hier mein Seniorenticket.“
Ich flüchtete in den Kinosaal, in dem das Publikum deutlich weniger homogen war, als ich befürchtet hatte. Ich befand mich nicht ausschließlich in Gesellschaft solo erschienener männlicher Besucher zwischen 40 und 50 im Singlestatus, sondern eines gemischten Publikums. Es gab Männer um die 30, es gab Frauen und sogar Pärchen. Und „Le pornographe“ war entgegen meiner Erwartung auch kein Sexfilm, sondern die Geschichte eines alternden Pornoregisseurs in einer Sinn- und Schaffenskrise. Einerseits war ich erleichtert, andererseits auch irgendwie enttäuscht, denn die wenigen Nacktszenen waren nicht wirklich erotisch. Sie zeigten den Protagonisten dabei, wie er daran scheiterte, eine gute Sexszene zu drehen. Bevor man als Zuschauer in Stimmung kam, kleideten sich die Darsteller wieder an. Die meiste Zeit lief der Regisseur mit in den Hosentaschen vergrabenen Händen und tiefen Furchen auf der Stirn über die Leinwand und gab banale, sinnfreie Sprüche von sich, die seiner Midlife-Crisis sprachlich Ausdruck verleihen sollten. Selbst wenn ich vorgehabt hätte zu onanieren, hätte ich es nicht geschafft. Es war so langweilig und künstlich. Ich verließ den Film schon kurz vor dem Ende. Wenige Minuten nach eins erreichte ich das Wohnheim.
Ah, Marküs. Iiieesch bin kaput. Wiielst du meinen Puller lutschen?“ Rachid saß kiffend auf seinem Fensterbrett im zweiten Stock vom Bâtiment A. Aus seinem Zimmer schallte französischer Hip-Hop ins Freie. Ob er sich irgendwann merken würde, dass man meinen Namen nicht Marküs aussprach? Ich hatte es ihm bestimmt schon fünfmal gesagt.
Wo warst du?“, fragte er.
In einem Pornofilm.“
Er musste lachen. Er hielt alles, was ich sagte, für einen Witz. Dabei war mein Abend gar nicht lustig gewesen, sondern total ernüchternd.
Ich winkte noch einmal, dann tippe ich meinen Code ein. Als ich die Tür geöffnet hatte, platzte mir fast das Trommelfell. Jemand telefonierte.
Afo bu mgbe onye ha na kpo huru ebe hé liri Tutankhamun ... Es war nicht Sebastian, sondern meine schwarzafrikanische Nachbarin im blauen Jogginganzug. Sie feuert ihre Syntaxkaskaden nicht nur in einer Lautstärke ab, die die dünnen Gemäuer des Wohnheims erzittern ließ, sondern auch in einer Geschwindigkeit, die es mir unmöglich machte zu erkennen, ob sie Französisch, Englisch oder irgendeinen afrikanischen Dialekt sprach. Wahrscheinlich letzteres. Warum telefonierte sie um diese Zeit? Gab es eine Zeitverschiebung? Und warum schrie sie so? War die Verbindung so schlecht? Oder stritt sie sich mit ihrem Freund daheim? Ich ging auf Toilette, dann auf mein Zimmer. Der Abend war ein totaler Reinfall. Vielleicht sollte ich doch langsam mal Marine anrufen. Vielleicht hatte der Italoengländer sich heute mit ihr getroffen. Vielleicht war er deswegen nicht erschienen.

Weiter geht es am Wochenende.

Sonntag, 13. April 2014

Erasmuspartys ...

... werden in der Regel von Erasmusstudenten bestritten, die leider meistens gute Laune haben (sonst gibt es ja nichts für sie zu tun), so wie die hier, die hier, die hier oder die hier und sich genötig sehen, ihrer Bombenstimmung dadurch Ausdruck zu verleihen, dass sie in jede Kamera grinsen und dabei im Wechsel den rechten, den linken oder manchmal gar beide Daumen in die Höhe recken. Wenig Platz bleibt da für andere Töne, zum Beispiel Death of a party von Blur, das Markus Schwierigkeiten, sich unter den Feiernden in der Rue d'Etigny wohl zu fühlen, emotional eher entsprochen hätte. Hätte er sich vorher Rat bei Marie Dubuque geholt, dann hätte er zumindest seinen Abgang womöglich souveräner hinbekommen. Aber damals besaß Markus auch noch kein Handy.

Am Dienstag weiter im Text in einer Woche weitere Hintergrundinfos.

Dienstag, 8. April 2014

Kapitel 7/1


Das englische Pärchen war auch erschienen. Die beiden hielten wie an der journée d'accueil Händchen. Und dann noch ein paar von den Deutschen, die ich vor vier Tagen ebenfalls vor der Présidence gesehen hatte. Und die beiden Frauen mediterranen Typs, die ich geografisch in Portugal verortet hatte. Die anderen, die im Kreis auf dem Boden in der Mitte des Raumes saßen, sah ich zum ersten Mal. Auch die, die an den Seiten standen. Aus allen Richtungen spanische Wortfetzen. Wo waren die Franzosen? Waren überhaupt welche hier? Warum war ich eigentlich hier? Um nicht wieder mit Sebastian ins Kino gehen zu müssen. Im Hintergrund lief Manu Chao. Eigentlich hätte ich mir denken können, dass bei einer Erasmusparty zu Beginn des Jahres Franzosen Mangelware waren. Andererseits war es auch nicht ausgeschlossen, dass jemand Marine eingeladen hatte. Schließlich hatte sie mehrere von uns über den Campus und durch Pau geführt. Ich schaute mich vergeblich nach ihr um.
Ich muss mal kurz telefonieren“, entschuldigte sich Sebastian. „Bin gleich wieder da.“
Ich machte mich auf die Suche nach dem Büffet. In der verwaisten Küche wurde ich fündig. Desperados-Bier, Orangensaft, Cola, Wasser und Chips. Ich goss mir eine Cola in einen weißen Plastebecher und nahm auf einem schwarzen Klappstuhl Platz. Die Luft war zigarettenrauchgeschwängert.
Eine Blondine in türkisfarbenem Oberteil und blauem Jeansrock betrat den Raum und machte sich an der Cola-Flasche zu schaffen. Sie war hübsch, vermutlich keine Spanierin. Ich versuchte mein Glück:
Je peux te recommander les chips. Ils sont excellents.“ Waren Chips im Französischen eigentlichen männlich?
Merci.“ Sie lächelte.
Tu viens d’où?“
D’Allemagne.“
Ah!“ Mein Interesse erlosch augenblicklich.
Und woher?“, wechselte ich ins Deutsche.
Aus Hamburg.“
Ich bin aus Berlin.“
Ich hatte keine weiteren Fragen parat, was vielleicht auch an meiner fehlenden Motivation lag. Zum Glück bekamen wir Gesellschaft. Eine etwas mollige Frau mit braungelockten, schulterlangen offenen Haaren erschien im Türrahmen. Genau. Ich kannte sie von der journée d'accueil.
Bringst du noch für Joaquim ein Bier mit?“
Okay.“
Die Blonde griff sich eine Flasche und sie verschwanden wieder aus der Küche. Im Wohnzimmer wurde die Musik lauter. Irgendwas Spanisches. Ich erhob mich von meinem Stuhl und erhielt erneut Besuch. Ein bisschen zu dünn für meinen Geschmack, aber ein ausgesprochen hübsches Gesicht, große Augen, lange Wimpern und eine kleine Nase.
Tu fuis la musique?“
Como?“
Est-ce que tu fuis la musique?“, wiederholte ich laut und deutlich.
He ne comprenn pas.“
Tu es d’où?“
Qu’est-ce quä çä?“ Das war ja wie in der Bankfiliale. Ich wechselte zu Spanisch. Zum Glück hatte ich das vor Jahren mal ein halbes Jahr an der Volkshochschule gelernt.
Donde estas?“
Zaragoza.”
Ah, Zaragoza!”, tat ich begeistert.
Conoces Zaragoza?”
Ich kannte Zaragoza nicht, erklärte aber, dass ich mal gelesen hätte, wie schön die Stadt sei. Sie erfuhr, dass ich aus Berlin kam. Sie war ebenfalls begeistert und bot mir an, ich könne sie mal besuchen kommen. Sie stand sehr dicht und streichelte mir über den Arm. Eigentlich wollte ich Französisch lernen. Mit ihr würde das nichts werden. Andererseits, eine kleine Affäre zu Beginn mit einer Spanierin, solange ich noch keine Französin kannte? Was sprach dagegen? Auf Marine konnte ich mich vielleicht nicht verlassen.
Sie griff sich eine Bier. „Quieres bailar?“ Bailar hieß tanzen. Ich folgte ihr. Der Sitzkreis im Wohnzimmer hatte sich an die Wände verzogen. In der Mitte hatten die ersten angefangen, ihren Körper zur Musik zu bewegen. Haschischrauch hüllte mich ein. Vielleicht konnte man auch so bekifft werden.
Como te llamas?”, wollte sie wissen.
Markus. Como te llamas?“
Jana.“
Sie streichelte mir erneut über den Arm, dann über den Kopf und gesellte sich zu den Tanzenden in der Mitte. Die Musik kannte ich nicht. Aber wen aus Spanien kannte ich schon außer Héroes del Silencio? Offenbar gab es auf der iberischen Halbinsel auch noch andere Bands. Jana konnte sich eigentlich ganz gut bewegen. Sie forderte mich mit der Hand auf, zu ihnen zu kommen. Eigentlich tanzte ich nicht so gerne. Vor allen Dingen nicht, wenn mich jemand dabei beobachtete, von dem ich vielleicht etwas wollte. Aber vielleicht sollte ich mal über meinen Schatten springen und interkulturelle Kompetenz zeigen. Ich bewegte mich wippend auf den Menschenhaufen in der Mitte zu. Zum Glück war das Lied schnell zu Ende.
Wieder streichelte mir Jana über den Arm.
Markus, esto es Manuel. Mi amigo“, deutete sie auf ihren Tanzpartner, einen Typen mit Hawaiihut und behaarten Armen. Auch wenn mein Spanisch schlecht war, den Schlüsselbegriff hatte ich verstanden: mi amigo.
Manuel, esto es Markus. Es de Berlin.“
Manuel klapste mir anerkennend auf die Schulter. Waren sie auf einen Dreier aus? Sicher nicht. Was für eine Demütigung. Sollte ich Jana erklären, dass ich sowie nichts von ihr wollte? Dass ich mich nur für Französinnen interessierte? Der nächste Song begann. Ich tanzte mich vorsichtig wieder aus dem Zentrum des Geschehens und landete am Fenstersims, auf dem eine dunkelblonde, schlanke Studentin in weißem Oberteil eine SMS in ihr Handy tippte.
Salut!“, sprach ich sie an.
Hola?“
Tu viens aussi de l’Espagne?“
He ne comprenne pas.“
Donde estas?“
De Zaragoza.“
Hier schien heute eine ganze Reisegruppe aus Saragossa versammelt zu sein. Ich rief erneut meine gespielte Begeisterung ab, sie schwärmte für Berlin. Wir luden uns gegenseitig ein. Sie kam mir immer näher, streichelte mir über den Arm, berührte mehrmals meine Hand. Ich war schon fast erregt, dann kam ihr Freund zurück.
Markus. Es Jorge. Mi amigo.“
Ich wollte weg. Donde esta el toilette?“
El toilette?“ Toilette war wohl doch kein international gebräuchlicher Begriff. Busca mi amiga“, log ich. Wo war eigentlich Sebastian? Telefonierte er immer noch? Wenn man ihn mal brauchte, war er nicht zur Stelle. Auch nicht, als ich von der Toilette wieder zurück war. Wen kannte ich eigentlich noch? Nur noch das englische Pärchen. Ich ließ mich neben beiden auf der Matratze nieder.
Ça va?“
Oui, ça va. Et toi?“
Wenigstens verstanden sie Französisch.
Alors, qu’est-ce que vous avez fait ces derniers jours?“ Sie schauten mich fragend an. Okay. Sie verstanden also doch kein Französisch. Immer mehr tanzten. Einige barfuß.
Do you always hold hands?“, fragte ich scherzend. Sie konnten über meine Bemerkung nicht lachen.
Not always.“
Were is the other English boy? The one with the Italian mother?” Sie wussten es nicht. Wahrscheinlich traf er sich bereits mit Marine. Er hatte es richtig gemacht. Hier waren nur Pärchen und Deutsche. Und nicht eine einzige Französin. Ich hätte nicht herkommen, sondern lieber auf meinem Zimmer Radio hören sollen. Ich stand auf, um Sebastian zu suchen. Im Flur drängelte ich mich an den beiden Deutschen von vorhin aus der Küche vorbei, die sich gerade mit Joaquim und einem anderen Spanier auf Englisch zu einem Ausflug ins Baskenland verabredeten. In der Küche war Sebastian auch nicht. Auch nicht im anderen Zimmer, wo Engländer und Studenten mir unbekannter Nationalität ebenfalls Pläne für gemeinsame Aktivitäten schmiedeten. Dann würde ich eben alleine gehen. Ich konnte ja nicht ewig warten. Ich griff meine Jacke, meinen Rucksack und stieg die Treppe hinab. Draußen war es noch angenehm warm. Gegenüber sah ich Sebastian in einer Telefonzelle. Er bemerkte mich nicht. Ich machte mich auf den Heimweg. Um die Erasmusstudenten musste ich zukünftig unbedingt einen Bogen machen. Wenn ich mich mit denen anfreundete, würde ich nie eine Französin kennenlernen und meine Sprachkenntnisse verbessern, weil ich mit ihnen ständig nach Bilbao und Saragossa fahren und Partys würde feiern müssen. Wahrscheinlich würde sich mein Französisch sogar verschlechtern. Ich musste es alleine schaffen. Wie konnte man überhaupt auf die Idee kommen, als Paar nach Frankreich zu gehen oder mit einem Landsmann in eine WG zu ziehen?

Ende der Woche mehr dazu, wie eine Erasmusparty abläuft und was Markus vielleicht hätte anders machen sollen.

Sonntag, 6. April 2014

Wenn Franzosen versuchen, Englisch zu sprechen ...

... klingt das nicht immer so schrecklich wie beim Caisse d'Epargne-Angestellten, an den Markus geriet. Es gibt auch Menschen westlich vom Rhein, die die Sprache Shakespeares deutlich besser beherrschen, wie man in diesem Video sieht. Aber hier zeigt sich auch nur wieder, wie wichtig das frühkindliche Erlernen von Fremdsprachen ist.


Am Dienstag kommt der nächste Roman-Auszug, in einer Woche mehr zu den Hintergründen.

Dienstag, 1. April 2014

Kapitel 6


Zwei Tage später hatte ich Marine noch nicht angerufen, dafür aber mein Zimmer halbwegs eingerichtet. Ich besaß nun einen Teller, eine Tasse, Besteck, einen Topf, ein paar Lebensmittel und Toilettenpapier. Und ich hatte mir bei E.Leclerc, einem riesigen Supermarkt gegenüber vom Campus, einen CD-Player mit Radio besorgt, um so lange, wie ich noch keine Französin datete, zumindest mein passives Französisch zu trainieren. Dazu kam noch die Ausgabe für die tägliche Lektüre der L’équipe und von Le monde. Frankreich war teuer. Ich musste Geld abheben. Natürlich nicht allein. Sebastian war mir seit unserer Ankunft kaum von der Seite gewichen, abgesehen von den Momenten, in denen er mit Josepha telefonierte. Nun begleitete er mich auch zur Caisse d’Epargne-Fililale ins Zentrum. Mir war keine Erklärung eingefallen, wieso er nicht hätte mitdürfen sollen. Außerdem mangelte es momentan an Alternativen. Die fette Schwarze im Zimmer 6 war keine Französin. Sie kam aus einem englischsprachigen Land. Der stille und freundlich grüßende Brillenträger mit der Carlos-Brille und der Gebetsmütze schräg gegenüber von Sebastian musste aus dem Maghreb sein. Die Gespräche mit Mehdi und Rachid, die oft vor der Treppe vom Bâtiment A abhingen, waren bisher nicht über die Fragen hinausgekommen, ob alle Deutschen schwul seien und ob ich ihren Puller lutschen wollte.
Bevor wir unsere Karten in den Automaten der Bank-Filiale gegenüber vom Centre Bosquet schoben, schlug ich vor: „Lass uns mal erst erkundigen, wie teuer hier die Gebühren sind!“
Eigentlich war es mir egal, welche Gebühren verlangt wurden. Ich wollte vor allem Französisch sprechen. Und hoffte, dass die Bankangestellten mich nicht sofort als Deutschen identifizierten. Durch zahlreiche kürzere Frankreichbesuche, sieben Jahre Gymnasium und zwei Jahre Romanistikstudium beherrschte ich die Sprache ganz passabel, zumal ich mich immer darum bemüht hatte, jede Gelegenheit zum Sprechen zu nutzen. Schon oft hatte man mir in Frankreich bescheinigt, praktisch akzentfrei zu sprechen. Mal sehen, wie lange ich meinem Gegenüber am Schalter vormachen konnte, ich sei sein Landsmann. Mein Anliegen war zwar thematisch dafür ungeeignet, denn warum sollte ich Kunde einer deutschen Bank sein, wenn ich Franzose war. Aber ich hatte die richtigen Impulse im Wohnheimzimmer einstudiert, um mich als Einheimischer zu verkaufen:

1) Guten Tag. Ich bin zwar kein Kunde Ihrer Bank, würde aber gerne mit meiner Karte Geld abheben. Wie hoch sind denn die Gebühren?
2) Aha. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach meiner Hausbank. Ich bin bei der Sparda-Bank Berlin. Können Sie mir darüber Auskunft erteilen, wie teuer das ist?
3) Das ist eine deutsche Bank. Das haben Sie bestimmt in Ihrem Computer.
4) Ich bin bei der Bank, weil ich gerade ein Erasmusjahr in Berlin gemacht habe.
5) Pauschal oder in Abhängigkeit von dem Betrag, den ich abhebe?
6) Vielen Dank.

Die Wortbeiträge Nummer zwei, drei und vier würde ich nicht benötigen, sofern die Gebühr von Caisse d’Epargne erhoben wurde. Ich musste nur sicherstellen, dass mich Sebastian nicht verriet. „Lass mich reden. Ich hab solche Gespräche schon geführt.“
Wir betraten die kundenfreie Filiale. Zwei Bankangestellte blickten auf und lächelten. Der Jüngere von beiden, ein Mann Anfang zwanzig mit kurzen gegelten Haaren, eilte auf uns zu.
„Je peux vous aider? - Kann ich Ihnen helfen?“
„Bonjour!“, legte ich los und wurde sogleich unterbrochen.
„Oh, Germany. Your French really good.“
Diese Beleidigung war ein Schlag ins Gesicht. Warum hatte er nicht gleich gesagt: „Oh, you are from Berlin Friedrichshain.”?
Ich setzte an: „Nein, ich bin nicht aus Deutschland. Ich bin aus Afghanistan und auf der Suche nach einem Objekt für meinen Dschihad.“
Doch Sebastian kam mir zuvor: „Yes, we are from Berlin. Germany.“ Na toll. Meine Identität war aufgeflogen. Ich riss das Wort wieder an mich.
„Je ne suis pas un client de votre établissement. Mais j’aimerais retirer de l’argent avec ma carte bancaire. Pourriez-vous m’indiquer les frais?“
„Yes, I can. He money, on the money from the machine. The costs. The bank, that you have. This is he money.“ Offenbar hatte er Englisch nach dem ersten Halbjahr der siebten Klasse abgewählt. Ich verstand gar nichts.
„Vous pouvez parler français! - Sie können Französisch sprechen!“, schlug ich vor.
„No. You talk English!“, weigerte er sich und schüttelte dabei lächelnd seinen Kopf. Offenbar waren wir in dieser Filiale die ersten Ausländer seit Menschengedenken und er erhoffte sich vom Gespräch mit mir eine Auffrischung seiner nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnisse. So setzten wir unser Gespräch bilingual fort:
„Pardonnez-moi, Monsieur. Mais je n’ai rien pigé de ce que vous avez essayé de me dire.“ Ich wurde lauter. Er blieb unbeeindruckt: „Okay. The bank machine … costs moneys. Görman Mark. Not the machine. But he bank you have. Your bank.”
„Si je vous ai bien compris c’est ma banque en Allemagne qui prélève des frais sur les retraits de ses clients à l’étranger.“
Sebastian stand ratlos daneben. Er schien unsicher, ob er sich, wie von mir gewünscht, nicht einbringen durfte, oder mir nun doch unter die Arme greifen sollte. Abwechselnd schaute er von mir zu meinem Tandempartner.
„Was meint er?“
„Ist mir egal. Er soll Französisch reden.“
„Yes.“
„Quel est le montant?“
„Äh, the bank ... äh the bank Germany has a name. What?”
Ich schüttelte nur gereizt den Kopf.
German Bank? Banque de commerce?“, bot er mir ungerührt an, so als habe er von unseren kommunikativen Schwierigkeiten noch nichts mitbekommen.
Sparda-Bank Berlin.”
Ich buchstabierte und er tippte den Namen in seinen Computer ein, allerdings erst, nachdem er jeden einzelnen Buchstaben wiederholt hatte.
Er blickte eine Weile auf seinen Bildschirm, spielte mit seiner Unterlippe und fing dann an zu stammeln: „Äh, the money … your banque ...äh, äh a problème ... ordinaetör here...”
Ich verstand weiterhin nur Bahnhof und versuchte erneut, ihn dazu zu bewegen, doch einfach Französisch zu reden, unter anderem, indem ich mehrere französische Zungenbrecher fehlerfrei rezitierte.
Doch er blieb bei Englisch. Ich schaute zu Sebastian und rollte mit den Augen.
„Soll ich es mal mit Spanisch versuchen?“, bot er an.
„Mach mal!“, verzog ich verächtlich den Mund und nickte ironisch. Was sollte das bringen? Warum sollte ein französischer Bankangestellter einen Deutschen, der Spanisch sprach, besser verstehen als einen Deutschen, der Französisch sprach?
„Okay. Äh .... Querer ... saber ... banco ... los costos.“ Sebastian machte doch tatsächlich Ernst. Er beugte sich dabei über den Schalter, als sei alles ein Problem der Akustik. Sein Spanisch hörte sich kaum besser an als das Englisch des Caisse-d’Epargne-Mitarbeiters. War das hier das französische Pendant zu „Verstehen Sie Spaß?“ Wo war die Kamera? Ich wandte mich genervt an den älteren Kollegen:
„Excusez-moi, Monsieur. Pourriez-vous m’indiquer le montant des frais prélévés par ma banque allemande pour le retrait d’argent?“
„Si ... moneta ... no sapere ...cui computer ...di questo bancuo.“
Das sollte wohl Italienisch sein. Ich gab auf. Eine weitere misshandelte Sprache hatte mir gerade noch gefehlt. Ich verabschiedete mich auf Russisch und trat den Rückzug an. Sebastian, der so in sein Gespräch vertieft war, folgte mir erst eine halbe Minute später.
„Ich hab nichts rausbekommen. Wollen wir es noch woanders versuchen?“
„Nein. Scheißegal! Lass uns was abheben! … Wie kommt es eigentlich, dass du so gut Spanisch kannst?“
„Ich bin mal nach Santiago de Compostela gewandert. Mit Josepha.“
„Bist du gläubig?“
„Nein. Aber ich wandere gerne.“
Er wurde mir immer seltsamer. Ein Glück, dass er bald in eine WG ziehen würde.

Ende der Woche dazu, wie es klingt, wenn Franzosen Englisch sprechen, am nächsten Dienstag weiter mit dem Roman.

Sonntag, 30. März 2014

Café Russe und Boulevard des Pyrénées

Hier in diesem Café mit der roten Markise duellierte sich Markus das erste Mal mit einem kleinen Italiener um eine Französin.

Darum konnte er auch nicht den Blick auf die Pyrenäen richten, den Lamartine als den schönsten Blick auf der Erden bezeichnete.
Marine sollte nicht die letzte Frau sein, auf die auch der Italiener ein Auge geworfen hatte. Schade eigentlich, dass dabei die Natur ein bisschen untergeht. Aber für diese interessiert sich Sebastian um so mehr.

Am Dienstag wieder etwas vom Roman, Ende der Woche Hintergründe.


Dienstag, 25. März 2014

Kapitel 5/2


Marine führte uns zunächst zu den verschiedenen Fakultäten. Unsere würde die literatur- und sprachwissenschaftliche sein, ein dreigeschossiger Bau mit dunklen Gängen und einem Innenhof, durch den sich steinerne Sitzgelegenheiten zogen. Dort sollten wir uns in den nächsten Tagen immatrikulieren, um einen Studentenausweis zu erhalten, und zu Beginn der kommenden Woche mit Hilfe unserer pädagogischen Berater unseren Stundenplan zusammenstellen. Die zweite Station war die Bibliothek des Fachbereichs Recht und Literatur, ein flaches Gebäude, das wie meine Fakultät eine Renovierung bitter nötig hatte. Danach ging es zur naturwissenschaftlichen Bibliothek, um die es nicht besser bestellt war. An das Clous, das Studentenwerk am nördlichen Rand vom Campus, wandte man sich in Wohnangelegenheiten. Wir beschlossen unseren Rundgang mit einem Besuch der drei Mensen, die sich großzügig über das weitläufige, mit großen Wiesen durchsetztes Uni-Areal verteilten, der Cafétéria Arlequin in der rechtswissenschaftlichen Fakultät, der Brasserie La Vague gegenüber der literatur- und sprachwissenschaftlichen Fakultät und dem riesigen Restaurant Universitaire am südlichen Ausläufer, gegenüber vom großen Parkplatz. Das Gespräch mit Marine suchte ich nicht. Sie sollte nicht annehmen, ich hätte die Gruppe ihretwegen  gewechselt. Mein Gegenspieler – der tatsächlich eine italienische Mutter hatte – war plumper:
„Was kann man hier abends machen?“
„Es gibt das Hoegaarden. Da finden Donnerstagabend immer gute Partys statt.“
„Was für Partys?“
„Karaoke-Partys.“
„Ah. Bist du da oft?“ Er sprach wirklich ausgesprochen gut Französisch, fast ohne Akzent.
„Recht oft.“
„Und singst du auch?“
„Eigentlich nicht so.“
„Du singst bestimmt wunderschön.“ Wie billig. Sie musste lachen. Sicherlich, weil ihr dieses plumpe Kompliment unangenehm war.
„Ich komm mir gerne mal anhören, wie du so singst.“
Sie musste wieder lachen. „Ich singe eigentlich nicht.“
„Aber was würdest du denn gerne singen? Liebeslieder? Romantische Lieder? Französische Lieder?“
„Meistens kommen Hits.“
„’I can’t get you out of my mind’ von Kylie Minogue?”
„Nee. Eher französische Hits.“ Sie schüttelte verlegen den Kopf.
„Ich liebe französische Hits.“ Wann würde er seine Arme um sie legen? Am liebsten hätte ich sie aus ihrer misslichen Lage befreit. Aber ich blieb besser im Hintergrund.
„Und wo gehst du sonst so hin?“
Boulevard des Pyrénées und ins Durango. Das ist eine Disko. Aber ich gehe auch nicht ständig weg.“
„Wohnst du auch im Wohnheim?“
„Nein. Ich habe eine Einzimmerwohnung.“
Wenn sie uns anderen nicht immer wieder auch etwas über die Uni und die Stadt erzählt hätte, dann hätte sie vermutlich die ganze Zeit mit ihm reden müssen.
„Also, ich führe euch jetzt ins Zentrum und zeige euch noch ein paar Ecken, wo man abends ausgehen kann.“ Wir verließen die Uni in Richtung Süden.
„Hier ist das Hoegaarden. Da kann man feiern.“ 

Das Café hatte den Charme einer Autobahnraststätte. Südöstlich vom Hoegaarden standen Plattenbauten, auf der anderen Straßenseite ummauerte oder von riesigen Hecken geschützte Villen. Weiter südlich, auf dem Weg zum Zentrum, überwogen dreistöckige Bauten. Kein Haus war wie das andere. Offenbar hatten die Stadtplaner für jedes Bauwerk einen anderen Architekten gewählt und jeden darüber im Unklaren gelassen, was die Kollegen verzapft hatten. Die Bürgersteige waren schmaler als in Deutschland und oftmals zur Straße abfallend. Immer wieder sah man eine Pferdewettenbar, einen Kiosk mit Kneipe, Restaurants, die tagsüber schlossen, kleine Supermärkte. Wir passierten eine Autowerkstatt, Waschcenter, Boulangerien. Dann ging es hinunter ins Quartier Hédas, dem in einer schmalen und länglichen Senke gelegenen Ausgehviertel für Studenten. Hier wurde Pau das erste Mal hübsch. Hier lag auch das Durango. Dann wieder bergan.
Der Halbitaliener wich nicht von Marines Seite.
„Was läuft im Durango für Musik?“
„Rock und Pop.“
„Cool. Ich mag Rock und Pop. Ich bin ein großer Rock- und Pop-Fan. Magst du auch Rock und Pop?“
„Ja.“ Was hätte sie auch sonst antworten sollen? Sie war unsere Tutorin, sie musste nett zu uns sein.
Ich lief neben Sebastian, der unentwegt jeden Stein fotografierte, aber mich deswegen zumindest nicht zwang, mit ihm Gespräche zu führen. Im Centre Bosquet, einem Einkaufszentrum, gab es eine Fnac-Filiale. Hier in der Innenstadt häuften sich teurere Geschäfte, Versicherungen, Banken. Nach einem Abstecher zum burgähnlichen Schloss Heinrich IV. mündete unsere Tour bei einem Café Crème im Café Russe auf dem Boulevard des Pyrénées. Vor uns lag das Gebirge, das Frankreich von Spanien trennte. Natürlich nahm mein Konkurrent neben Marine Platz. Ich erwischte den Platz auf ihrer anderen Seite.
„Es ist wirklich ein toller Blick hier. Wirklich toll.“ Im Grunde hatte er recht. Aber musste man über so etwas mit einer Frau reden? Wie einfallslos!
„Find ich auch“, stimmte ihm Marine pflichtschuldig zu.
„Da hast du wirklich was Tolles ausgesucht.“ Man konnte auch übertreiben. Den Boulevard steuerte doch jeder Tourist gleich am ersten Tag an.
„Mich erinnert das ein bisschen an Neapel, wo meine Mutter herkommt. Kennst du Neapel?“ Er fing an, ihr von Italien vorzuschwärmen. Ich kam gar nicht zu Wort. Dafür interessierte sich Sebastian nun wieder für mich:
„Findest du das nicht auch herrlich? Da kann man das Wohnheim gleich vergessen. Das ist Frankreich. C’est la vie.“
Der italobritische Flirtkönig wurde immer zudringlicher:
„Hast du italienische Vorfahren?“
„Nein, wieso?“
„Du siehst ein bisschen italienisch aus.“
„Wirklich? Echt?“
„So der Hauttyp. Und wegen deiner braunen Augen.“
„Meine Augen sind aber grün.“ Sie schaute verwundert.
„Aber sie sehen ziemlich braun aus.“ Sie hatte wirklich hübsche Augen. Und er ein hässliches T-Shirt: Cicieta Sportiva Calvio Napoli. Ich kam ja auch nicht mit einem Shirt von Hertha BSC.
Erst bei der Verabschiedung gelang es mir, mich bei Marine nach ihrer Handynummer zu erkundigen. „Falls ich noch Fragen zur Uni hab. Ich hab nämlich nicht alles verstanden vorhin“, log ich. Ich würde mich natürlich nicht sofort bei ihr melden, sondern ein paar Tage verstreichen lassen. Diese Zurückhaltung würde sich wohltuend abheben von der aufdringlichen Art meines Rivalen, der sich die Nummer ebenfalls notierte. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass er bei ihr Chancen hatte.

Ende der Woche mehr zum Café und am Dienstag dann der nächste Auszug vom Roman. 


 
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